Die "HÄLZE" - Aus unserer Redaktion

HALZ-Redaktion

 
Da wir unseren Internetauftritt www.halz.org ausbauen und in den Vorarbeiten für die Sicherung der Druckausgaben der HALZ stecken, kommt die HALZ.-Redaktion einfach nicht dazu, ein paar Zeilen über die HALZ zu schreiben.
Aber ein paar Bilder gibt es, und die zehn wichtigsten Fagen haben wir auch beantwortet.

10 Fragen zur HALZ
1. HALZ - was ist das überhaupt? - 2. HALZ im Netz? - 3. Wer macht die HALZ? - 4. ... 

Machen Sie sich ein BILD - lesen Sie HALZ!
Anruf bei der HALZ: die BILD. Sie brauchen Arbeitslose, zum jammern.
 

HALZ macht Fortschritt - Endlich: Konto für die freundliche Unterstützung der HALZ

HALZ-TV Tipp: SWR "Nachtcafe", 14.11., 22 Uhr - Für wie dumm hält der SWR Arbeitslose? 

HALZ. Macht. Mobil - Präsentation der HALZ am 3. November

HALZ zur Diskussion - Die Herausgeber der HALZ  luden am 28. Oktober 2003 zu einer offenen HALZ Konferenz in das FZH Linden ein.
  

10 Fragen zur HALZ

1. HALZ - was ist das überhaupt?

Die Hannoversche Arbeits Losen Zeitung, versteht sich als Stimme für soziale Gerechtigkeit.
HALZ gibt es in gedruckter Form seit April 2003. Die Winterausgabe 2003/2004 in einer Auflage von 10.000 Exemplaren ist die fünfte Ausgabe innerhalb eines Jahres. 2004 wird eine zweimonatliche Erscheinungsweise angestrebt. HALZ versteht sich als Plattform. Sie wird von Betroffenen für Betroffene gemacht, aber auch als Informations-, Aufklärungs- und Mobilisierungsmedium für Institutionen, Organisationen, Einrichtungen, Initiativen und Interessierte. HALZ ist ein offener Prozess. Was daraus wird, liegt an der kritischen, solidarischen Mitarbeit und Unterstützung von: Euch.

2. HALZ im Netz?

www.HALZ.org ist die Internetplattform seit Juli 2003 online und hat bis jetzt (Dezember '03) ca. 40.000 Zugriffe. HALZ und www.HALZ.org sind wie siamesische Zwillinge. Sie führen ein Eigenleben, sind aber untrennbar miteinander verbunden. 

3. Wer macht die HALZ

Herausgeber sind:
Klaus-Dieter Gleitze, Burkhard Hasse und Sabine Grizewitsch (Internet). Alle drei sind arbeitslos, engagieren sich schon seit Jahren kritisch und "strömungsübergreifend", heisst: unabhängig.
Außerdem gibt es: Autorinnen, Termin- und Informationslieferanten, Verteilerinnen, Fotografen, Malerinnen etc.

4. Wer bezahlt die HALZ?

Gewerkschaften, kirchliche Institutionen, Einzelpersonen ermöglichen durch Kostenbeteiligung den Druck. Per Saldo werden wir am Jahresende drauf gezahlt haben. Allein die Kommunikationskosten sind auf die Dauer für Arbeitslose nicht tragbar.

5. Ist die HALZ unabhängig?

Ja - solange uns niemand ein Angebot macht, zu dem wir nicht "nein" sagen können. Bis dahin gilt: Jeder Versuch, auf die Gestaltung der HALZ Einfluss zu nehmen, ist sinnlos. 

6. Wer kann bei der HALZ mitmachen und was verdient mensch da?

Mitmachen kann jede/r, Anruf 0511-620833, Email: gleitzek@gmx.de oder hier gucken, wann die nächste offene Redaktionssitzung statt findet. Zeilenhonorar immer noch: Null.

7. Wie ist die HALZ überhaupt entstanden?

Am Anfang war das Wort. - 2001 gab es einen Versuch, diese Form von Gegenöffentlichkeit zu organisieren. 2003 stellten sich zwei Leute an einen Kopierer und fingen einfach an. Der Rest ist Geschichte und kann unter www.HALZ.org nachgelesen werden.

8. Wie ist die Perspektive der HALZ?

Hoffnungslos. Das war sie von Anfang an. Deswegen nehmen wir das auch nicht ernst.

9. Aktuelle Probleme der HALZ?

Drei: 1. Kohle 2. Piepen 3. Mäuse

10. Wo gibt es die HALZ?

Vor dem Arbeitsamt in freier Verteilung, in Freizeitheimen, bei Gewerkschaften, kirchlichen Institutionen, Büchereien, einfach überall, d.h. wo unsere Verteiler halt hinkommen.

zum Seitenanfang
 

Machen Sie sich ein BILD - lesen Sie HALZ!

Anruf bei der HALZ: die BILD. Sie brauchen Arbeitslose, zum jammern. Das Übliche, nach zu lesen auch in unserem SWR Beitrag. Kein Problem für die HALZ. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage regeln den Preis.
"Wie viel zahlen Sie für einen Arbeitslosen?"
"Tja, wenn wir mit falschem Namen arbeiten müssen, 100 Euro. Bei Foto kann man noch was drauflegen." 
100 Euro! Wir sind doch hier nicht irgendein Groschenblatt. Also wirklich! HALZ ist pikiert:
"Nein, da sehen wir keine Möglichkeit zu liefern." 
Die BILD ist verzweifelt. Das Arbeitsamt hat schon zu, woher auf die Schnelle einen Arbeitslosen nehmen und nicht stehlen? 
"Grundsätzlich keine Möglichkeit?" Langsam wird es der HALZ zu BLÖD.
"Wir kennen Ihre Tarife nicht. Was zahlen sie denn üblicherweise?" 

Die BILD ist jetzt am Ende. 
"Na ja, wenn nicht zu lange verhandelt wird, kann man immer
was machen."
Genug des grausamen Spiels, auch wenn es nur die BILD ist. 
Die HALZ zeigt Erbarmen:
"Vorschlag, die BILD finanziert eine Ausgabe der HALZ, dann schau'n wir mal, was wir für Sie tun können! Ist das ein Wort?" 
Jetzt, gaaanz langsam, ist die andere Seite im Bild. Völlig indigniert.
"Ich beende das Gespräch." Klick. 

BLÖD - unheimlich abhängig
 
Schade eigentlich. Hätte noch stundenlang so weiter gehen können. 
 
zum Seitenanfang
 

HALZ Macht Fortschritt

Auf Wunsch und Anraten vieler Freunde und Freundinnen der HALZ haben wir ein Konto für die Unterstützung der HALZ eingerichtet.

Konto-Nummer 33 82 66 421
Bankleitzahl: 251 900 01
Bank Hannoversche Volksbank eG

Wir werden unsere Unterstützerinnen und Unterstützer über die Entwicklung des Projekts HALZ informieren und uns - so denn gewünscht mit Namensnennung - in der gedruckten Ausgabe und im Internet für die freundliche Hilfe bedanken.
 
Klaus-Dieter Gleitze, Sabine Grizewitsch, Burkhard Hasse
Herausgeber

zum Seitenanfang
 

Für wie dumm hält der SWR Arbeitslose?

Unser TV Tipp: SWR "Nachtcafe", 14.11., 22 Uhr, 

Mitten in die Redaktionskonferenz der HALZ platzt eine Eilanfrage des Südwestrundfunk (SWR). Sie wollen uns für eine Talkshow namens "Nachtcafé" zum Thema "Luxusgut Arbeit". Bei Medienanfragen schalten wir bei HALZ sofort auf die Aufmerksamkeitsstufe: Cool down! Grund: Medien nerven. Sie mögen keine kompetenten Arbeitslose. Und auf keinen Fall sich gegen Sozialabbau wehrende Menschen. Sie wollen vielmehr greinende Jammerlappen am Nasenring vorführen, die sich jeden Morgen völlig gefrustet ihre 6.800ste Umsonst-Bewerbung aus dem Briefkasten reinziehen. 
Kurz: Ätzend! Darum die HALZ. Gegenöffentlichkeit pur und gut recherchiert.
Unsere abgestufte und eskalierende Reaktion: Durchschauen, Bedingungen stellen, Hintergründe prüfen, Gegenstrategien planen und durchsetzen, entlarven!
Erstes Ergebnis: Der Titel ist falsch. Richtig ist: "Wer arbeitet ist der Dumme?" Soviel zur Seriosität öffentlich-rechtlicher Redakteure. Das Ganze ist ein Appell an dümmliche Ressentiments, die durch das Deckmäntelchen-Fragezeichen um keinen Jota gemildert werden. Aber davon in keiner in den diversen Vorbesprechungen ein Wort, sondern scheinheiliges Geheuchel à la "Ist Arbeit nicht ein Luxusgut geworden?" oder: "Ist das nicht schlimm mit der Zumutbarkeit vor allem für unsere lieben arbeitslosen Akademiker, die jeden Job annehmen müssen? Da muss man doch nein sagen! Und am besten vor einem Millionenpublikum." 
Die Absicht ist klar. Aus Quotengier wird ein Arbeitsloser sowohl dem Mob auf dem Sofa als auch den Verfolgungsbetreuern vom Arbeitsamt zum Fraß vorgeworfen. Der arbeitslose Akademiker soll sich vor der laufender Kamera als postmoderner Martin Luther in die Brust werfen: "Ich als Gärtner? Niemals, so wahr mir Gott helfe!"
Konsequenz: Da werden keine Thesen angeschlagen. Unser arbeitsloser Reformator und Held für wenige Minuten wird voll genagelt und zwar an den § 121 SGB III, der schlicht lautet: "Die da aber nicht arbeiten wollen, egal was es sei, sollen auch keine Transferleistungen beziehen."
Wir spielen das infame SWR-Spiel zwei, dreimal weiter. Wir bestimmen die Regeln, was der SWR nicht merkt. Der ist wild entschlossen hinter HALZ her: Selbst unsere Forderung nach Hin- und Rückflug Stuttgart wird akzeptiert. 
Am 6. November sind wir soviel journalistische Einfalt Leid. Es gilt, andere Arbeitslose vor soviel Ränke zu schützen. Wir geben expressis verbis dem SWR gegenüber zu Protokoll, dass eine Ablehnung von gesetzlich zumutbarer Arbeit Leistungskürzungen bis hin zum endgültigen Entzug bedeuten kann. Damit kann sich der SWR nicht mehr mit der Unkenntnis der Rechtslage herausreden. 
Plötzlich geht es ganz schnell: Am nächsten Tag Absage für die Herausgeber der HALZ. Begründung: Wir würden uns nicht entschieden genug gegen "unzumutbare" Arbeit wehren wollen. Damit wären wir für ihre Show ungeeignet (Stimmt!).
Die Sendung wird am 13. November aufgezeichnet und einen Tag später um 22 Uhr auf SWR ausgestrahlt. Wir werden dem SWR und den anderen Gästen diesen Artikel vorab schicken. Die können sich überlegen, ob sie sich für eine derartige Farce hergeben wollen. Mal sehn, wer Courage hat und absagt! Wir werden andere Erwerbslose und Initiativen informieren. Wir geben uns keinen Illusionen über die Wirkung unserer Arbeit hin, aber: Aufklärung fängt damit an, nicht zu schweigen … 
Für den SWR gilt leider auch: Arbeitslose, die sich auskennen, sind dort nicht gewollt! 
Was ist zu tun? Sich wehren! Immer! Gegen Sozialraub und Ungerechtigkeit! Wütend, klar und laut! Aber bestimmt nicht in jede beliebige Kamera. 
Machen wir unsere eigenen Filme und Zeitungen. So wie die HALZ.
HALZ up!
Burkhard Hasse

Nachtrag:
Der SWR hat auf die HALZ Intervention reagiert: in der Sendung vom 14.11
wurde kein Arbeitsloser vorgeführt. Die HALZ gratuliert dem SWR zu dieser
Einsicht und sieht sich durch diesen Erfolg in seiner Arbeit bestätigt.
 

zum Seitenanfang
  

HALZ. Macht. Mobil

Arbeitsamt Hannover. 3. November 2003. 7.45 Uhr. 
Die aktuelle HALZ wird offiziell präsentiert. HALZ mobilisiert die Medien. 
Die Arbeit suchenden Menschen reißen den Verteilern die neue HALZ aus den Händen. Herbststürme reißen die Blätter von Bäumen. Soviel zur spätherbstlichen Atmosphäre. 
Wer mehr wissen möchte, einfach HALZ lesen. Wer diese HALZ in den Händen haben will, muss sich sputen. Vor dem Arbeitsamt, in Freizeitheimen, Büchereien und bei Gewerkschaften sowie Initiativen wurden bereits mehrere tausend Exemplare verteilt. 

Im Dezember gibt es noch eine HALZ - wenn bis dahin genug Geld für den Druck zusammenkommt.
Apropos Druck: In Berlin waren am Wochenende weit über 100.000 Menschen gegen den Sozialraub durch die Agenda 2010 auf der Strasse. Am 18.11.2003 findet in Wiesbaden eine Grossdemonstration gegen die hessische Variante des Sozialabbaus statt. Und wann gehen die Nordlichter in Niedersachsen an? Gewerkschaften, Kirchen, Sozialverbände, Arbeitsloseninitiativen und alle Menschen, denen der schlimmste Angriff auf ihren Sozialstaat der Nachkriegszeit in Deutschland ein für alle Mal reicht? 
HALZ ist dabei. Ohne Druck - kein Ruck! HALZ Druck macht mobil!!
Reporter von Radio Flora und Sabine  Grizewitsch (<font face=
Reporter von Radio Flora und Sabine  Grizewitsch (HALZ)
Foto: Klaus-Dieter Gleitze

zum Seitenanfang

HALZ zur Diskussion

Die HALZ gibt es seit März dieses Jahres. Nach den ersten erfolgreichen sechs Monaten hatten die Herausgeber der HALZ am 28. Oktober 2003 zu einer offenen HALZ Konferenz in das FZH Linden eingeladen. Gemeinsam LeserInnen, AutorInnen und Interessierten wurde die aktuelle Entwicklung und die Perspektiven dieses bundesweit einmaligen Medienprojekts debattiert.
In den vielen Gesprächen zeigte sich, dass sich die HALZ in dieser kurzen Zeit bereits als Stimme für soziale Gerechtigkeit etabliert hat. Positiv wurde allgemein das hohe professionelle Niveau der Zeitung hervorgehoben. Kontrovers wurde hingegen über Layout, Typographie und die thematische Ausrichtung diskutiert. Angeregt wurden spezielle Themenschwerpunkte in der HALZ sowie eine Ausweitung des Serviceteils mit Tipps, Beratungsstellen und Kultur.
Angesichts der sich verschärfenden sozialen Krise erscheint vielen eine Ausweitung des bisherigen Umfangs (8 Seiten) sowie eine monatliche Erscheinungsweise wünschenswert. Die Herausgeber wiesen die aktuelle prekäre Lage des Projekts hin. So ist die kontinuierliche Finanzierung der Druckkosten der Zeitungsausgabe bisher noch nicht gewährleistet. Für die weiteren mit dem Projekt verbundenen Aufwendungen fehlt die ideelle und materielle Unterstützung. Zugleich werden Versuche unternommen, die materielle Basis in 2003 und 2004 zu stärken, um zunächst den Bestand der HALZ zu sichern.
Die Ergebnisse der Konferenz werden in die HALZ einfließen. 
Eine weitere offene HALZ Konferenz ist bereits für 2004 geplant.
Burkhard Hasse

zum Seitenanfang