Gesundheitsreform

Keine Praxisgebühr für Vorsorgeuntersuchungen

Erleichterung für chronisch Kranke: Jährlicher Nachweis nicht mehr nötig

Chronisch krank - chronisch arm?

Zu viel ? Zu gezahlt!

Einschränkungen und Mehrbelastungen nach der Gesundheitsreform

Kostenübernahme für rezeptfreie Medikamente

Teure Gesundheit!

HALZextra zur Gesundheitsreform / Aug. '03 
 

Keine Praxisgebühr für Vorsorgeuntersuchungen

Nicht jeder Arztbesuch kostet zehn Euro im Quartal. Bei Vorsorgeuntersuchungen fällt keine Gebühr an. Doch was ist Vorsorge und was nicht? Das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung hat eine Übersicht erstellt, die wir zum herunterladen zur Verfügung stellen. Zur Übersicht

Erleichterung für chronisch Kranke: Jährlicher Nachweis nicht mehr nötig

Personen, die sich in einer Dauerbehandlung befinden und bei denen eine grundlegende Verbesserung des Gesundheitszustands nicht zu erwarten ist, müssen seit dem 1. Januar 2005 nicht mehr jährlich den Nachweis über das Bestehen einer schwerwiegenden chronischen Krankheit vorlegen. 
Für sog. Chroniker (z.B. Diabetes mellitus, Asthma, koronare Herzerkrankungen) gilt eine Zuzahlungsobergrenze von ein Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens. 
Zu diesem Personenkreis zählen alle, die 
· mindestens einen Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit über wenigstens ein Jahr belegen können und außerdem als pflegebedürftig in Pflegestufe 2 oder 3 anerkannt sind oder einen Grad der Behinderung (GdB) bzw. eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 Prozent haben,
· eine fortdauernde medizinische Versorgung benötigen, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die krankheitsbedingte Gesundheitsstörung zu erwarten ist.
Burkhard Hasse

Chronisch krank - chronisch arm?

Mit diesem Thema beschäftigt sich intensiv der Newsletter "impulse" 2. Quartal / Juni. Herausgegeben wurde er von der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
Auf 28 Seiten wird chronische Krankheit und die Auswirkungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet. Es äußern sich Mediziner, Fachleute aus Forschung, Sozialverbänden u. Krankenkasse.
Themen sind z. B.:

  • Chronisch Kranke - von der Medizin ignoriert?
  • Gesundheit, Armut und Stadtentwicklung
  • Armut als Krankheitsrisiko
  • Wie reagiert Kirche auf die neue Armut
  • Leistungsausgrenzungen
  • Disease Management als Weg aus der Armutsfalle
  • u.v. m.

Kontakt:
Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
Fenskeweg 2
30165 Hannover
Tel. 05 11 / 3 88 11 89 33, Fax 05 11 /3 50 55 95
www.gesundheit-nds.de

Zu viel? Zu gezahlt!

Unter www.zuzahlung.de gibt es neben Gesetzestexten, einer Übersicht über die Zuzahlungsvorschriften von A-Z und einem Info-Service einen Zuzahlungsrechner, damit gesetzlich Versicherte gleich berechnen können, was auf sie zukommt.
URL: www.zuzahlung.de  

Einschränkungen und Mehrbelastungen nach der Gesundheitsreform

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat zu den Einschränkungen und Mehrbelastungen nach der Gesundheitsreform hat ein Internetangebot erstellt. Ein Schwerpunkt ist die Praxisgebühr. Anhand von Fallbeispielen wird sie detailliert und allgemein verständlich erklärt. mehr unter: www.kbv.de/5225.htm#infos 

Kostenübernahme für rezeptfreie Medikamente

Kostenübernahme für rezeptfreie Medikamente bei individueller ärztlicher Verordnung
Brief an die Patientenbeauftragte Frau Kühn-Mengel
(pdf, 54KB)  

Teure Gesundheit!

Die sog. Gesundheitsreform und die damit verbundenen Leistungskürzungen treffen am härtesten Flüchtlinge, Asylsuchende und Sozialhilfebezieher. Die vom Flüchtlingsrat in Berlin herausgegebene Broschüre "Die Auswirkungen der Gesundheitsreform auf die medizinische Versorgung von Sozialhilfeberechtigten und Flüchtlingen" gibt Antworten auf Fragen wie zur Zuzahlung, zum Umfang der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern, zu hohen Eigenanteilen bei Sozialhilferegelsatz usw. Wichtige Änderungen werden abschließend übersichtlich und in Kurzform zusammengestellt.
Wenn es auf den ersten Blick so scheint, dass sich der Autor eher an die Fachleute wenden möchte, finden auch Laien und Betroffene wichtige Informationen und Rechtsgrundlagen, um ihre Ansprüche durchzusetzen. 
Kontakt: Georg Classen. FON/FAX: 030 - 2 43 44-57 62. E-Mail: georg.classen@berlin.de 
Download (155 KB) unter: www.fluechtlingsrat-berlin.de 
Burkhard Hasse

  

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Reichstag - Der Deutschen Lobby
 

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Hannoversche Arbeitslosenzeitung / Aug. ‘03 

Zahnlos in die Zukunft?

Immer weniger Leistungen - immer mehr Beiträge 
Eintritt beim Arzt / Abgesang fürs Krankengeld

Ein neuer Sozialstaatsstreich!
Wurden bisher insbesondere die Erwerbslosen von Regierung und Arbeitsamt verfolgt, sind nun auch die Beschäftigten und Rentner dran. 
Ungeschoren bleiben hingegen mal wieder die Pharma- und Ärztelobby.
Nachdem Hartz und Co. kläglich gescheitert sind, wird dem Menschen eine Gesundheitsreform als neues Allheilmittel untergejubelt. 
Dumm nur: Das Haltbarkeitsdatum ist bereits abgelaufen.
Gesundheit war schon immer teuer - nun wird Krankheit zum Luxus. Erwerbslose stehen durch Bewerbungszwang, wiederholte Absagen und ständigen Ärger mit Ämtern und Behörden im Dauerstress. Beschäftigte werden mit dem freundlichen Hinweis auf Entlassung zu unbezahlten Überstunden genötigt. Rentner leiden unter Ausgrenzung und Verarmung. Doch die bisherigen Angriffe auf das gesundheitliche Wohlergehen reichen den notorischen Dauerreformern nicht.
Nach der Agenda 2010 zeigt die x-te sog. Gesundheitsreform nicht nur die Verachtung für die sozial Schwachen, sondern auch die Missachtung von Rentnern und Beschäftigten. Die Älteren, die dieses Land mit Entbehrungen und harter Maloche wiederaufgebaut haben, sollen vor einem JU-Vorsitzenden zu Kreuze kriechen. Hüftgelenke und Hilfsmittel will dieser Jüngling Rentnern vorenthalten.
Erst sollen Beschäftigte trotz gesundheitsschädigender Arbeitsbedingungen Kopf und Kragen riskieren. Wenn sie dann "ausgebrannt" sind, dürfen sie als Dankeschön für Krankenhaus, Massagen, Krücken oder gar den Rollstuhl noch kräftig draufzahlen. 
Personalchefs können bereits am Bewerbungsphoto erkennen, ob das letzte Gehalt für Zähne und Brille oder das Krankengeld gereicht hat.
Jeder vernünftige Mensch erkennt angesichts des Scheiterns der sog. (Arbeits-, Renten- und Gesundheits-) Reformen und einer wachsenden Massenarbeitslosigkeit, dass Sozialabbau nicht das richtige Medikament gegen die Krise in unserem Land ist. 
Immer mehr Arbeitslosen, Rentnern und Beschäftigten reicht es. Sie fangen an, sich gezielt gegen den immer drastischeren Angriff auf ihren Sozialstaat zu organisieren. 
Ein erster Schritt: In der Öffentlichkeit demonstrieren, dass sich Menschen mit und ohne Erwerbsarbeit nicht auseinander dividieren lassen.
Mehr zum Thema Gesundheit und anderen Fragen zur sozialen Gerechtigkeit in der nächsten HALZ ab Ende September. Überall in Hannover.

V.i.S.d.P. und weitere Infos: 
Burkhard Hasse, Tel. 0511 / 62 08 33
Internet: www.halz.org  

Mehr zur Gesundheitsreform auf der Rückseite dieser HALZ-Extra
© HALZ 2003

HALZextra-Vorderseite zum Download

HALZextra
Hannoversche Arbeitslosenzeitung 

Reformen gegen die Gesundheit

Was Ihnen blüht... 

  • 10 Euro Eintritt beim Arzt
  • 10 Prozent Eigenanteil pro Medikament und Hilfsmittel (mindestens aber 5 Euro)
  • 10 Euro pro Tag im Krankenhaus
  • Rezeptfreie Arzneimittel nur noch bei Selbstzahlung
  • Brillen gehen aufs Portemonnaie
  • Kein Entbindungs- und Sterbegeld mehr
  • Zahnersatz wird richtig teuer (ab 2005)
  • Für krankmachende Arbeit auch noch das Krankengeld selbst finanzieren (ab 2006) 
  • Immer weniger Leistungen für immer höhere Beiträge

Das freut die Lobbyisten

  • Keine Positivliste mit guten und günstigen Arzneimitteln
  • Kein unabhängiges Zentrum zur Kontrolle der Qualität der Versorgung

Und nicht zu vergessen: 

  • Steigende Arbeitslosenzahlen
  • Massenhaft fehlende Lehrstellen
  • Verfolgung (-sbetreuung) von Arbeitslosen
  • Sozialabbau und 
  • Abschaffung von Schutzrechten.

Widerstand ist notwendig.

  • Sofort.
  • Jeden Tag.
  • Gemeinsam. 
  • Eine Demonstration am 1. November ist in Planung.

HALZService

Gesundheitsreform im Internet

Es gibt zahlreiche Links und Internetseiten zum Thema "Gesundheitsreform. Die HALZ-Online-Redaktion hat sich folgende Seiten angeschaut:

  • Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung war nicht untätig und hat sich sofort die Domain "Die Gesundheitsrefom" (http://www.die-gesundheitsreform.de) gesichert. 
  • Der Spiegel liefert auf seiner Internet-Seite (www.spiegel.de) zahlreiche Artikel, Kommentare und Übersichten. In der Abteilung Wirtschaft finden Sie beispielsweise Zusammenstellung der wichtigsten Punkte der Gesundheitsreform.
  • ver.di bietet umfassende und kritische Infos unter dem Link www.verdi.de/gesundheitsreform 

WWW.HALZ.ORG - Seite für soziale Gerechtigkeit im Netz
Kontakt: Halz - Hannoversche Arbeitslosenzeitung, Klaus-Dieter Gleitze, Fössestr. 67, 30451 Hannover, kontakt@halz.org

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